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WinGeno-Alternative: 4 Programme im Vergleich

WinGeno ist kostenlos, zeichnet aber keine Beziehungsqualitäten und steht seit 2020 still. Vier Alternativen im Vergleich: Notation, Preis, Datenschutz.

Aktualisiert August 20264 Min. Lesezeit

WinGeno ist für viele der erste Berührungspunkt mit digitalen Genogrammen: kostenlos, deutschsprachig, ohne Konto, ohne Installationshürden. Das Programm stammt von Ingo H. de Boer, die Oberfläche gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch, und es läuft unter Windows ab 7 SP1 sowie unter macOS und Linux.

Wer nach einer Alternative sucht, tut das in aller Regel aus einem von zwei Gründen. Dieser Text nennt beide, ordnet vier Alternativen danach ein, welche Lücke sie schließen, und sagt auch, wann WinGeno die richtige Wahl bleibt.

Woran WinGeno an Grenzen stößt

Es fehlen die Beziehungsqualitäten. Der Hersteller schreibt selbst, dass WinGeno keine sozialen und emotionalen Beziehungen darstellt. Damit fehlen genau die Linien, die ein Genogramm von einem Stammbaum unterscheiden: Konflikt, Abbruch, enge oder überinvolvierte Bindung, Distanz. Für eine reine Strukturkarte der Familie reicht das Programm; für die klinische Arbeit nach McGoldrick fehlt der Teil, der die Aussage trägt.

Die Entwicklung steht still. Die zuletzt auf der Herstellerseite genannte Version ist 1.2.1.0 vom Juni 2020. Das ist kein Mangel an sich, ein fertiges Programm darf fertig sein. Es heißt aber, dass keine Anpassung an neue Betriebssystemversionen zu erwarten ist und keine Funktion nachkommt, die heute fehlt.

Zum Export macht die Herstellerseite keine Angaben. Verzeichnisse Dritter beschreiben Bildexport und das Einfügen in Office-Dokumente. Wer sich darauf verlässt, sollte es vor dem ersten Fall prüfen.

Die Alternativen

GenoPro: wenn lokal und Einmalzahlung bleiben sollen

GenoPro ist die nächstliegende Alternative für alle, denen an WinGeno gerade die lokale Speicherung und die fehlende Abogebühr gefallen haben.

Das Programm ist seit Ende der Neunzigerjahre in Entwicklung, setzt die McGoldrick-Notation vollständig um, einschließlich Beziehungslinien und medizinischer Marker, und ist mit Berichten und ausführlichen Anmerkungen auf klinische Dokumentation ausgelegt. Bezahlt wird einmalig, etwa 99 US-Dollar für eine Personenlizenz.

Die Oberfläche ist Windows-nah und wirkt funktional statt zeitgemäß, die Einarbeitung dauert länger als bei WinGeno. Dafür bekommt man den Teil, der WinGeno fehlt, ohne den Teil aufzugeben, der an WinGeno gut ist.

Schließt die Lücke: Notationstreue. Behält: lokale Dateien, kein Konto, keine Monatsgebühr.

FamRoots: wenn Weitergabe und Betriebssystem im Weg stehen

FamRoots läuft im Browser und ist damit unabhängig vom Betriebssystem. Die Notation ist der aktuelle McGoldrick-Standard mit Beziehungslinien und medizinischen Markern. Geteilt wird über einen Link, den die empfangende Person ohne eigenes Konto öffnen kann, was den Umweg über eine Datei per E-Mail erspart.

Bis 50 Personen ist die Nutzung kostenlos, danach wird pro Genogramm bezahlt, ohne Abonnement. Für den überwiegenden Teil der Einzelfälle reichen 50 Personen über drei Generationen aus.

Der Unterschied zu WinGeno, der wirklich zählt: Die Daten liegen auf einem Server, nicht auf dem eigenen Rechner. Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung sowie Löschung auf Anfrage gehören zum Angebot, die Prüfung der Datenschutzerklärung bleibt trotzdem Ihre Aufgabe, wenn Sie mit Klientendaten arbeiten. Wer lokale Speicherung aus grundsätzlichen Erwägungen braucht, ist bei GenoPro besser aufgehoben.

Schließt die Lücke: Notationstreue, Weitergabe, plattformunabhängiger Betrieb. Gibt auf: lokale Speicherung.

Draw.io: wenn es kostenlos bleiben muss

Draw.io (diagrams.net) ist vollständig kostenlos, läuft im Browser oder als Desktop-Anwendung und exportiert in viele Formate. Genogramm-Symbole bringt es nicht mit, aber eigene Symbolbibliotheken lassen sich anlegen, und es gibt von der Community geteilte Vorlagen als Ausgangspunkt.

Der Preis dafür ist Aufbauarbeit vor dem ersten Genogramm, und das Ergebnis ist notationsseitig nur so genau, wie die selbst gebaute Bibliothek es zulässt. Für einen einzelnen Fall, für die Lehre oder wenn kein Budget da ist, ist das ein vertretbarer Tausch. Für laufende klinische Arbeit ist die Zeit meist teurer als eine Lizenz.

Schließt die Lücke: nichts, was WinGeno fehlt. Behält: Kostenfreiheit.

Stift und Papier: unterschätzt

Viele Fachkräfte skizzieren das Genogramm während der Sitzung von Hand und übertragen es erst danach. Kein Programm, keine Einarbeitung, keine Datenspeicherung. Wenn Sie WinGeno vor allem deshalb nutzen, weil es schnell und anspruchslos ist, prüfen Sie, ob die Arbeitsfassung überhaupt digital sein muss.

Wann WinGeno bleiben darf

Wenn Sie eine Strukturkarte der Familie brauchen, keine Beziehungsqualitäten benötigen, kein Konto anlegen wollen und das Programm auf Ihrem System stabil läuft, gibt es keinen Grund zu wechseln. Ein Wechsel lohnt sich, wenn Ihnen die Beziehungslinien fehlen, wenn Sie ein Genogramm ohne Dateiversand weitergeben wollen oder wenn ein Systemwechsel ansteht und Sie kein Programm mitnehmen möchten, das seit 2020 nicht mehr angepasst wurde.

Der ausführliche Vergleich aller Kriterien steht auf der Seite Professionelles Genogramm-Tool.

Wenn Sie so weit sind

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Ein geführter Weg vom Familiengedächtnis zum fertigen Genogramm, gebaut vom Team hinter diesen Ressourcen. Bezahlt wird pro Genogramm, nicht pro Monat.

https://mygenogram.com/de/wingeno-alternative© My Genogram · printed